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Die Welt vor deiner Tür – Obstbäume

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🌟 Fun Facts

Die Mispel stand schon auf der Liste Karls des Großen

Vor mehr als tausend Jahren schrieb Kaiser Karl der Große auf, welche Pflanzen auf seinen Gütern wachsen sollten – die Mispel steht mit darauf. Im Mittelalter gab es sie in fast jedem Klostergarten, und Kinder kannten sie so gut wie heute den Apfel. Dann kamen neue Obstsorten, und sie geriet in Vergessenheit. Wer heute einen Mispelbaum kennt, kennt ein Stück Mittelalter.

Der Walnussbaum braucht keine Bienen

Seine Blüten sind unscheinbare grüne Kätzchen, die im Mai am Zweig hängen – den Blütenstaub trägt der Wind von Baum zu Baum. Deshalb steht ein Walnussbaum oft ganz allein und trägt trotzdem Früchte. Die Römer brachten ihn vor zweitausend Jahren aus Persien nach Norden und nannten ihn Jovis glans, „Eichel des Jupiter“.

Aus einem Apfelkern wächst nie dieselbe Sorte

Pflanzt du den Kern eines Boskoops ein, bekommst du einen Apfelbaum, den es so noch nie gegeben hat – vielleicht köstlich, vielleicht sauer wie eine Zitrone. Deshalb schneiden Gärtner einen Zweig vom gewünschten Baum ab und setzen ihn auf einen jungen Stamm. Das nennt man Veredeln. Jeder Boskoop auf der Welt ist so gesehen ein Zweig von ein und demselben Baum.

Das Wort Marmelade kommt von der Quitte

Auf Portugiesisch heißt die Quitte marmelo. Aus ihr kochten die Portugiesen ein festes, süßes Mus und nannten es marmelada. Erst viel später nannte man auch Aufstriche aus Erdbeeren oder Aprikosen so. Jedes Marmeladenglas trägt also den Namen der Quitte – und fast niemand weiß es.

Die Süßkirsche heißt übersetzt „Kirsche der Vögel“

Der lateinische Name der Süßkirsche lautet Prunus avium – „Kirsche der Vögel“. Lange bevor Menschen Kirschbäume in Gärten pflanzten, haben Vögel die Kerne verbreitet: Sie fressen die Frucht und lassen den Kern irgendwo anders wieder fallen. Aus so einem Kern wächst dann ein neuer Baum.

✋ Mitmach-Ideen

Die Mispel-Probe

Findest du im Herbst eine harte Mispel, leg sie über Nacht ins Gefrierfach und danach ein paar Tage auf die Fensterbank. Schau jeden Tag nach: Wann wird sie braun, wann wird sie weich? Und traust du dich, sie dann zu probieren – auch wenn sie aussieht, als sollte man es lieber nicht?

Wie alt ist dein Obstbaum?

Leg eine Schnur in Brusthöhe einmal um den Stamm eines alten Obstbaums und miss sie danach an einem Maßband ab. Ein grober Trick für Obstbäume: Jeder Zentimeter Umfang ist ungefähr ein halbes Jahr. Rechne aus, wie alt dein Baum sein könnte – und überlege, wer damals wohl hier gelebt hat.